Sympathiegewinn durch Bloggen*

Fast jeder von uns möchte insgeheim von anderen geliebt werden, zumindest aber etwas Anerkennung, wenigstens Akzeptanz erhalten. So geht es wohl auch der GEZ, die sich permanent missverstanden fühlt. Sie will doch schließlich nur unser Bestes. Und natürlich unser Geld, aber wer will das nicht.

GEZDamit wir sie endlich besser verstehen, hat die GEZ heute zusätzlich zu ihren bestehenden Websites noch das Onlineportal gez-meine-meinung.de gestartet. Damit gibt es im Web nun endlich einen Ort, an dem man mal so richtig seine Meinung über die GEZ sagen, so richtig Dampf ablassen kann. Das dachten wohl auch die ersten Besucher des Diskussionsforums, bis sie feststellten, dass dieses moderiert (Neusprech für “zensiert”) wird. Ein bekanntes Dilemma fast aller Diskussionsforen, die sich auf Unternehmenswebsites befinden.

Aber da gibt es ja zum Glück noch den ganz neuen Social Media-Trend. Und so wurde der GEZ von den herbeigerufenen Beratern empfohlen, zusätzlich auch einen Blog einzurichten. Gesagt, getan. Im Onlinetagebuch erzählen GEZ-Mitarbeiter zukünftig aufregende Geschichten aus ihrem Alltag. Das könnte durchaus spannend werden. In meiner Phantasie jagen GEZ-Agenten nächtens Schwarzseher durch dunkle Gassen, klingeln inkognito an fremden Türen und versuchen unter Nutzung raffinierter Legenden, eingelassen zu werden. Aber falsch. Es bloggen in Wirklichkeit Sachbearbeiter, die von 8 bis 16 Uhr an Schreibtischen sitzen und trockene Vorgänge bearbeiten. Oder sind es doch eher die Praktikanten der betreuenden PR-Agentur? So locker und korrekt, wie die Texte klingen.

Immerhin entlässt Daniela K. den Leser am Ende Ihres Blogeintrages mit einem ganz praktischen Rat in die Freiheit: “Wenn Ihnen mal auf einer Party der Gesprächsstoff ausgehen sollte, dann diskutieren Sie doch einfach mal über die GEZ. Sie werden überrascht sein.” Könnte das zweideutig gemeint sein?
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* Sympathiegewinn durch Bloggen: Es kann, muss aber nicht funktionieren. Ob es gelingt, hängt wie so oft von der Auswahl der Themen sowie von Ehrlichkeit (oder doch nur Glaubwürdigkeit ;-) und Authentizität ab.

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